« | Home | Aktuell | Gruppen | Gremien | Rückblick | Veranstaltungen | Impressum | Info | Links | Service | »
   
INDEX > Geschichte (01148)   Hits total: 68739 | today: 079 | online: 01
 

Geschichte Pfarrkirche St. Peter und Paul - Ergoldsbach

Mädchenschule Ergoldsbach, erbaut 1866Als Patron der Pfarrkirche wird bis zum Jahre 1860 immer der heilige Petrus alleine angegeben. Erst die Diözesanmatrikel von 1916 nennt neben den hl. Petrus auch den heiligen Paulus. Eine Kirche muss schon 822 bestanden haben, als Bischof Baturich von Regensburg in Ergoldsbach eine Tagung abgehalten hat. Diese Kirche ist später Pfarrkirche geworden. Ein furchtbarer Brand hat 1606 die Hälfte des Ortes vernichtet. Das Gotteshaus blieb Gott sei Dank verschont, "obwohl die Uhrzeiger vom Rauch schon schwarz geworden waren und der Dachstuhl schon zu brennen anfing". Eine interessante Notiz aus dem Jahre 1707 findet sich im Bischöfl. Zentralarchiv in Regensburg:

"Der schon vor neun Jahren eingefallene Kirchturm ist noch nicht aufgebaut. Die Steine liegen in drei Haufen im vorderen Teil des offenen Friedhofs. Die Glocken hängen auf einem auf dem Steinhaufen gemachten Gerüst. In der Sakrestei vermodern die Paramente. Der Pfarrhof ist baufällig, durch die Wand kann man durchsehen. Durch manche Gemächer kann man ohne Lebensgefahr nicht mehr gehen."

Pfarrer Sebastian Lang (1707 - 1749) ging im Jahre 1709 daran, den Turm mit großem Kostenaufwand aufzubauen. Wie er berichtet, hatte der Turm eine mit Schindeln eingedeckte Kuppel, die von einer schönen, mit Weißblech beschlagenen Laterne überragt war. Der 23. Juli 1726 war wieder ein Schicksalstag für Ergoldsbach, berichtet derselbe Pfarrer Lang. An diesem Tag brach beim Bierbrauer Johann Puchner ein Feuer aus, welchem in kurzer Zeit 38 Wohnhäuser und 15 Stadel, sowie die Pfarrkirche, die erst 1693 durch Pfarrer Textor erbaut wurde, mit Turm und 4 Glocken zum Opfer fielen. Außer den Häusern am Berg blieben nur das Überreiterhaus, der Pfarrhof und 4 Häuser hinter dem Pfarrhof vom Feuer verschont.

Die Pfarrkirche hatte zur Zeit des Brandes kein Vermögen, vielmehr waren vom Neubau von 1693 noch 7000 fl. (Floren, Florin = Gulden) an Schulden vorhanden. Daher wurden alle Pfarreien der Diözese Regensburg angegangen und trugen mit 4774 fl. zum Wiederaufbau bei. Kirchen- und Schulhausbau waren aber auf 8817 fl. veranschlagt. Deshalb mussten auch noch alle Gotteshäuser des Rentamtbezirkes Landshut die Summe von 2066 fl. unter dem Namen eines "Donum gratultum" (freiwillige Gabe) leisten. 1729 wurde die Kirche mit allem Zubehör (2 Glocken, Kirchenstühle usw.), sowie das Schulhaus fertig gestellt.

Den Hochaltar erbat Pfarrer Lang 1733 vom Stift St. Emmeram in Regensburg, welches damals neue Altäre aufstellte. Der Turm aber blieb noch 24 Jahre unausgebaut. Im Jahre 1750 ließ der kaiserliche Posthalter Franz Niederneder, ein Bierbrauer am Ort den Pfarrkirchturm, welcher seit dem Brand von 1726 unausgebaut geblieben war, mit einem Kostenaufwand von 1000 fl. herstellen. Zum "ewigen Gedächtnis" dieser großen Wohltat ließ Pfarrer Benno v. Spitzl eine Gedenktafel im Turm anbringen.

 
» coded: Samstag, 09. September 2006 - 13:02 - 0.025 sec
© Copyright 2003 - 2006