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Erstkommunion - Sonntag, 7. Mai 2006
Predigtgespräch der Erstkommunionfeier 2006
Liebe Schwestern und Brüder, liebe Gottesdienstgemeinde! Bei der Predigt, helfen uns heute einige von den Erstkommunionkindern. Gemeinsam wollen wir uns anschauen, was auf der diesjährigen Erstkommunionkerze abbildet ist. Im Evangelium haben wir eben gehört: Jesus trat in ihre Mitte. Der auferstandene lebendige Christus ist die Mitte unseres Glaubens, er ist die Mitte jeder christlichen Gemeinde. Von dieser Mitte erzählt uns auch das Bild, das eure Erstkommunionkerze schmückt. Das Bild zeigt uns ein Rad. Ein Rad das sechs Speichen besitzt. Diese Speichen schauen aus wie Lichtstrahlen. Drei von ihnen gehen von einer goldenen Mitte nach außen. Die anderen drei von außen nach innen. Du hast Recht. Dieses Rad hat Eure Eltern seit dem ersten Elternabend im September begleitet. Es ist das Radbild des heiligen Niklaus von Flüe. Die Mitte eines Rades nennt man die Nabe. Sie hält zusammen, was sich dreht und nach außen bewegt. Eine Mitte ist Dreh - und Angelpunkt. Wenn ich mit einem Zirkel einen Kreis zeichnen will, dann brauche ich zuerst einen Mittelpunkt. Für uns Christen ist Gott die Mitte unseres Lebens - das Lebensziel. Er soll unsere Mitte, unser Mittelpunkt sein, das Zentrum, das Ziel um das sich alles dreht. Das bedeutet: ich richte mein Leben nach dem Willen Gottes aus. Ich versuche nach dem Willen Gottes zu leben. Gott lieben und den Nächsten wie mich selbst. Dass Jesus die Mitte ist, das habe ich jetzt verstanden. Auf der großen Osterkerze ist er ja abgebildet. Aber was bedeuten die drei Strahlen die von der Mitte nach außen gehen ? Einer dieser drei Strahlen kann bedeuten: Jesus hat ein Auge für mich, er sieht mich an, er gibt mir Ansehen. Ich bin ihm wichtig. Jesus schaut den Menschen an, gibt ihnen Würde. Er schaut auf die Kleinen die Verachteten, die Frauen und Kinder, auf die, die sonst keinen Platz haben. Da fällt mir der blinde Bartimäus ein, der am Wegrand sitzt. Jesus sieht ihn. Er geht auf ihn zu, er lässt sich auf ihn ein, er schenkt ihm seine Zuwendung. Ich denke an den Zöllner Zachäus. Jesus sieht ihn unter den vielen Menschen auf dem Baum sitzen. Er schaut zu ihm hinauf und gibt ihm wieder Ansehen. Und Jesus sieht auch die Kinder. Er nimmt sie wahr und stellt sie sogar in die Mitte. Er sieht was die Menschen brauchen. Einmal heißt es im Evangelium: „Er hatte Mitleid mit ihnen, denn sie waren wie Schafe ohne Hirten.“ Der zweite Strahl von innen nach außen kann uns zeigen: Gott hat ein Ohr für mich. Die Beter der Psalmen haben immer wieder erlebt Gott hört mein Flehen, meine Klage, mein Leid, ich kann zu ihm beten, mit ihm sprechen ihm alles sagen. Jesus ist selbst ein Hörender und er kann zuhören, anhören. Jesus hat sich immer wieder zurückgezogen. In die Wüste, auf einen Berg, an einen ruhigen Ort. Er ist immer wieder in die Stille gegangen, um Gott zu hören. Jesus hört eine Frau aus Samarien zu, einer Frau aus einem Volk mit dem die Juden nicht verkehren. Ein anderes Mal hört er die Bitte einer heidnischen Frau, die nicht aufhört zu bitten und ihn anzuflehen. Auch den beiden Jüngern, die nach Emmaus gehen und die ihn nach seiner Auferstehung nicht erkennen hört er zu. Er ist ganz Ohr für das, was sie erzählen, was sie bewegt, was sie erlebt haben in den letzten Tagen. Der dritte Strahl von innen nach außen weist uns darauf hin. Gott sprichtzu uns durch die heilige Schrift, durch Menschen, die in seinem Willen reden und handeln. Immer wieder spricht Jesus zu den Menschen. Er erzählt Gleichnisse, er belehrt, er predigt. Es sind Worte die Mut machen, die Trost geben, die Hoffnung machen. Zum Zachäus sagt er: Heute muss ich bei dir zu Gast sein Ich muss zu dir kommen es drängt mich danach mit dir Mahl zu feiern. Bei seiner Bergpredigt sagt er den Menschen die ihm zuhören: Selig die arm sind vor Gott, denn ihnen gehört das Himmelreich. Den Fischern am See ruft er zu: Folgt mir nach. Ich brauche Euch! Sein Wort ist auch Auftrag wenn er zu ihnen sagt: „Ich sende euch" und „Ihr seid das Licht der Welt." Wenn Jesus nach der Auferstehung den Jüngern erscheint sind seine ersten Worte: Der Friede sei mit euch! Ihr habt uns jetzt die drei Strahlen erklärt die von der Mitte weggehen. Drei weitere Strahlen führen auf die Mitte hin. Sie wollen uns fragen: Ist Gott die Mitte unseres Lebens? Nur wenn wir wie Jesus die Menschen und ihre Nöte mit dem Herzen sehen. Nur, wenn wir hellhörig sind, wenn wir in unserer oft so lauten Zeit Gottes Stimme vernehmen und versuchen mit unserem Mund die frohe Botschaft die Jesus uns gebracht hat weiterzuerzählen, nur dann leben wir aus der Mitte, aus Gott. Deshalb sollen wir immer wieder zur Mitte, zu Jesus Christus kommen, sollen uns einander sehn,das Wort Gottes verstehn. Dann werden unsere Herzen weit und unser Leben wird eine erfüllte Zeit. Amen.
1. Gruppe - Gottesdienst in der Pfarrkirche - 08:30
2. Gruppe - Gottesdienst in der Pfarrkirche - 10:30
Andacht - 19:00
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