Mit der Messe vom Letzten Abendmahl wurde in der Pfarrkirche St. Peter und Paul das Ostertriduum eröffnet – jene „Heiligen Drei Tage“, die von Gründonnerstag über Karfreitag und Karsamstag bis zum Ostersonntag führen und das zentrale Geheimnis des christlichen Glaubens feiern.
Bereits am Montag der Karwoche hatte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer im Regensburger Dom St. Peter die heiligen Öle geweiht. Sie werden im Laufe des Jahres bei Taufe, Firmung und Krankensalbung verwendet und in der Pfarrkirche in einem Glasschrein beim Taufbecken aufbewahrt.
Musikalisch wurde der Gottesdienst an Gründonnerstag von Maria Weber an Orgel und E-Piano sowie von Susanne Weber als Kantorin gestaltet. Beim Gloria erklangen alle Glocken, ehe sie – ebenso wie die Orgel – traditionell bis zur Osternacht verstummten.
Im Evangelium stand die Fußwaschung im Mittelpunkt. In seiner Predigt hob Pfarrer Stefan Anzinger die Begriffe Überlieferung, Gedächtnis und Dienst hervor. Eucharistie und gelebte Liebe gehören zusammen: Wer Christus empfängt, ist aufgerufen, wie er dienend und aufmerksam unter den Menschen zu handeln.
Am Karfreitag versammelten sich um 15 Uhr zahlreiche Gläubige zur Feier vom Leiden und Sterben Christi. Nach dem stillen Einzug erfolgte die Prostratio – das ausgestreckte Sich-Niederwerfen des Priesters vor dem Altar – als Zeichen der Demut und Hingabe.
Es folgten Lesungen und die Passion, die mit verteilten Rollen vorgetragen wurde. Den Erstkommunionkindern wurde das Geschehen zusätzlich durch Bilder nähergebracht. In seiner Predigt stellte Pfarrer Anzinger das Kreuz in den Mittelpunkt: Es sei Zeichen des Leidens, zugleich aber auch Symbol der Hoffnung und der Liebe Gottes.
Die Großen Fürbitten, ein wesentlicher Bestandteil der Karfreitagsliturgie, wurden von Kindern begleitet, die entzündete Opferlichter zum Heiligen Grab trugen. Nach der Kreuzverehrung bestand Gelegenheit zur stillen Andacht am geöffneten Heiligen Grab. Der Gottesdienst endete – dem Charakter des Tages entsprechend – in völliger Stille.
Mit der feierlichen Osternacht um 21 Uhr beging die Pfarrgemeinde St. Peter und Paul den Höhepunkt des Kirchenjahres. Auf dem Kirchplatz wurde zunächst das Osterfeuer gesegnet, an dem die Osterkerze entzündet und in die noch dunkle Kirche getragen wurde. Mit dem Ruf „Lumen Christi“ und der Antwort „Deo gratias“ verbreitete sich das Licht von Kerze zu Kerze, bis der Kirchenraum erhellt war.
Zum Exsultet versammelten sich die Ministrantinnen und Ministranten im Altarraum und gestalteten diesen Teil der Liturgie eindrucksvoll. Es folgten sieben Lesungen aus dem Alten Testament sowie die Epistel, die den Weg Gottes mit den Menschen in den Mittelpunkt stellten. Das Evangelium wurde feierlich von Pfarrvikar Dominic Nelson Tawiah gesungen. Anschließend segnete Pfarrer Stefan Anzinger das Osterwasser; die Gläubigen erinnerten sich an ihre Taufe und erneuerten ihr Taufversprechen als Ausdruck ihrer Verbundenheit mit Tod und Auferstehung Christi. Nach den Fürbitten und einer Kommunionmeditation sorgte der traditionelle Osterwitz von Pfarrer Anzinger für ein Schmunzeln. Zum Abschluss wurden die mitgebrachten Osterspeisen gesegnet – darunter zahlreiche Schoko-Osterhasen für die Kinder. Mit dem Osterlied „Der Heiland erstand“ endete der Gottesdienst.
Am Ostersonntag feierte die Gemeinde mit Pfarrer Anzinger und Pfarrvikar Tawiah das Hochfest der Auferstehung Christi. Zahlreiche Gläubige füllten die Pfarrkirche, in der Maria Weber an der Orgel und Susanne Weber als Kantorin die musikalische Gestaltung übernahmen. Gemeinsam erklangen viele österliche Lieder. Im Zentrum stand die Botschaft der Auferstehung Jesu als Fundament des christlichen Glaubens. Auch hier wurden Osterspeisen gesegnet, und besonders die Kinder freuten sich über ihre Schoko-Osterhasen. Für heitere Stimmung sorgte erneut das traditionelle Osterlachen, das Pfarrer Anzinger mit seinem „Risus paschalis“ darbot und dafür großen Applaus erhielt. Mit dem feierlichen Ostersegen endete der Gottesdienst.
Der Abschluss der österlichen Festtage war der Gottesdienst am Ostermontag. Der Kirchenchor unter der Leitung von Anna Doering gestaltete die Feier musikalisch, begleitet von Vinzent Doering an der Orgel und einem Streichensemble. Zur Aufführung kamen die „Messa alla settecento“ von Wolfram Menschick und „Christ the Lord is risen today“ von John Rutter. Im Mittelpunkt der Ostermontagspredigt stand das Emmaus-Evangelium, in dem sich die Gläubigen wie die Jünger auf den Weg machen, Jesus begegnen, sein Wort hören und ihn im Brechen des Brotes wiedererkennen. Pfarrer Stefan Anzinger betonte, dass diese Erfahrung brennende Herzen schenkt und Christen dazu bewegt, aufzubrechen und die Begegnung mit dem Auferstandenen weiterzutragen.